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  • Autorenbild◾️PROJEKT◾️HISTORISCHE◾️GRENZE◾️

Nach 400 Jahren 70% der Originalsteine...


(v.l.n.r.: Herr Kreisrat Schneider, Herr stv. Landrat Streng, Herr Nickel, Deutsche Grenzsteinforschung)


Die Rothenburger Landhege, die auf das Jahr 1420 datiert wird, beherbergt in ihrem nördlichen Teil auf der heute zum Freistaat Bayern gehörenden Seite eine Grenzsteinlinie, die bis 1803 die Grenze des Herrschaftsbereichs zwischen den Markgraftum Brandenburg Ansbach und der Freien Reichsstadt Rothenburg markierte.

Hier wurden im Jahr 1617 insgesamt 65 Landhegesteine gesetzt. Diese zeigen auf der einen Seite das Rothenburgische Wappen, auf der anderen Seite das des Adelsgeschlechts der Hohenzollern für den Ansbachischen Bereich.


Die Deutsche Grenzsteinforschung hat nun unter ihrem Projektleiter, Jürgen Nickel, einen weiteren Landhegestein an die Landhege zurückgeholt und ihn am 02.10.2022 in einer Feierstunde am historischen Ort gesetzt.


Dieser Stein hat die Nummerierung 38 und war etwa Ende der 1970er/ Anfang der 1980er Jahre von seinem Platz bei Reichardsroth (Gde. Ohrenbach/ LKr. Ansbach) genommen und nach Weikersheim gebracht worden. Die Umstände dieser Wegnahme vom historischen Ort sind bislang nicht geklärt.


Im Rahmen der Suche nach einem anderen Grenzstein, der ebenfalls nach Weikersheim gekommen, aber bislang nicht wieder aufgetaucht ist, einem Landesgrenzstein zwischen dem Fürstentum Hohenlohe-Schillingsfürst und dem Kgl.-Preuß. Markgraftum Ansbach, stießen wir auf auch auf den Umstand, dass ein Landhegestein in Weikersheim sein musste.




Nach 6 Jahren Ermittlungen, Untersuchungen und Anfragen gelang es schließlich im September 2021 den Landhegestein aus Weikersheim zurück an die Landhege zu holen. Es sollte aber ein weiteres Jahr dauern, bis er dann letztlich gesetzt werden konnte. So musste der Stein restauriert werden, da er keinen Sockel mehr hatte. Die Genehmigungsverfahren aus dem Denkmalschutz waren zu erledigen und viele Dinge mehr. (Wer Interesse hat hier tiefer einzusteigen: https://www.historische-grenze.net/r%C3%BCckf%C3%BChrung-lhno38)


Bei strömendem Regen, manchmal ist das Wetter eben unnachgiebig, wurde der Landhegestein an seinem geschichtlich verifizierten Ort gesetzt. Anwesend waren u.a. der stv. Landrat Herr Streng (NEA) und der Kreisrat und 1. Bürgermeister von Adelshofen, Herr Schneider, sowie der 1. Bürgermeister der Gemeinde Ohrenbach, Herr Hellenschmidt, sowie die örtlichen Siebener und Grenzsteininteressierte.


Mit dieser Grenzsteinsetzung sind nun 69,7 % aller Originalgrenzsteine an ihrem historischen Ort, bzw. in direkter Nähe vorhanden. Das ist nach über 400 Jahren einzigartig.


In Kenntnis, dass noch zwei Landhegesteine auf einem privaten Grundstück in Mörlbach vorhanden sind, die bislang aber durch den derzeitigen Besitzer nicht der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, sind noch zwei weitere Steine im RothenburgMuseum und zwei in einem Dachgiebel in Neustett.

Hier zeigt sich ein Stallbau aus dem Jahr 1900, bei dem im Giebelbereich die zwei Landhegesteine 59 und 62 der Landhege Nord eingemauert worden sind. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Denkmalschutz und der historische Nutzen diese Steine an Ort und Stelle stehen zu lassen war in den Meinungen der Menschen noch nicht präsent.

Eigentumsrechtlich gehören diese Steine den Grundeigentümern, da es erst nach 1900 ein in Deutschland gültiges Bürgerliches Gesetzbuch gab und zudem diese Steine nach dem Ende der Grenze "Landhege" entwidmet und zusammen mit ihren Grundstücken verkauft worden waren.


Wir versuchen zum Schutz dieser Grenzsteine, auch als geschichtliches Zeugnis, wie damit verfahren worden ist, hier einen Denkmalschutz zu erwirken.


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