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Projekt LHNO 038

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Die Umstände sind noch nicht abschließend geklärt, warum der Landhegestein LHNO 38 von seinem historischen Platz bei Reichardsroth genommen worden ist und nach Weikersheim in Baden-Württemberg kam.

Dort galt er dann ab den 1980er Jahren als verschollen. Nachfragen und Recherchen blieben ohne Ergebnis.

Über unsere immer wieder erneut gestellten Anfragen an verschiedene Stellen, wie das Landesamt für Denkmalpflege in Baden-Württemberg, der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Stadt Weikersheim selbst gelang es nach insgesamt 6 Jahren diesen Stein am städtischen Bauhof in Weikersheim zu finden und ihn mit der freundlichen Genehmigung der Stadt Weikersheim nach Reichardsroth über unser Logistikteam zurückzuführen.

Das an dieser Stelle ebenfalls eingeschaltete Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst schrieb uns, dass der Freistaat hier kein Eigentumsrecht geltend mache, weil ja der Stein nicht unter Denkmalschutz stehe. Von dort war also keine Hilfe zu erwarten.

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Die Odyssee

Wie der Stein von seinem historischen Standort bei Reichardsroth (Ohrenbach/ LKr. Ansbach) nach Weikersheim in Baden-Württemberg kam und warum versuchen wir noch herauszufinden.

Das Graben in der Geschichte ist immer wieder spannend, weil es auch aufzeigt, wie mit Denkmälern umgegangen wird und welche Wege sie nehmen.

Fakt ist, dass der Landhegestein der Landhege Nord (=LHNO) Nr. 38 erst im Jahr 1988 in Weikersheim offiziell registriert worden ist und am Bauhofgelände lagerte.

Das in der Akte vorhandene Bild zeigt ihn in einer Räumlichkeit, die derzeit noch nicht bestimmt werden kann.

Am 17.09.2021 war seine Odysee in Baden-Württemberg vorbei. Mit freundlicher Genehmigung der Stadtverwaltung Weikersheim konnte der Stein nach Reichardsroth zurückgeführt werden.

Seit Januar 2022 befindet er sich dank der bei uns eingetroffenen Spenden in der Restaurierung. Er benötigt einen Sockel, um aufgestellt werden zu können.

Dies sollte bis März 2022 erledigt sein.

Rechtliche Fragen

Für die Setzung von Grenzsteinen gibt es Regelungen, die auch wir beachten müssen. Ebenso bestehen denkmalschutzrechtliche Vorschriften. Wir wollen hier einen kurzen Abriss aufstellen, was im Einzelnen zu beachten ist.

DENKMALSCHUTZRECHT

Die Rothenburger Landhege ist als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Hier dürfen keinerlei Erdarbeiten durchgeführt werden, ohne dass eine Erlaubnis durch die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde vorliegt.

Der zu setzende Grenzstein LHNO 38 steht noch nicht unter Denkmalschutz, so dass hier keine weiterführende Genehmigung erforderlich ist. Aus diesem Grund werden wir den Stein auch vor der Setzung und der damit einhergehenden Denkmalschutzwürdigung noch renovieren und ihn setzungsfertig machen.

GRUNDSTÜCK/ ABMARKUNGSRECHT

Wird bei der Setzung des Steins eine Widmung als Grenzstein vollzogen, so darf dies nur über eine Genehmigung durch das zuständige Vermessungsamt vorgenommen werden. Im Freistaat Bayern dürfen Feldgeschworene einen Stein austauschen oder vertikal verändern.

In unserem Fall findet keine Setzung als gewidmeter Grenzstein statt, so dass wir diesen Punkt vernachlässigen können.

Jedoch wird der Stein auf einem Grundstück gesetzt, das einen Eigentümer hat. Dieser muss mit der Setzung und damit mit dem Eingriff in sein Grundstück einverstanden sein. Der Stein wird mit der Setzung ein wesentlicher Bestandteil des Grundstücks ( § 94 BGB), so dass der Grundstückseigentümer in diesem speziellen Fall auch Eigentümer des Grenzsteins wird.

Auf Nachfrage hatte das Bayer. Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst kein Eigentumsrecht des Staates gesehen.

SONSTIGE RECHTSFRAGEN

Würde die Setzung innerhalb von 7,5 Metern ab einer Straßenkante vorgenommen, würde die Verkehrssicherungspflicht im Rahmen des Bayerischen Straßen und Wege Gesetzes verletzt. Dies ist hier nicht der Fall. 

Ansonsten muss der Stein fachgerecht und standsicher aufgestellt werden. Dies wird in unserem Fall durch entsprechende Fachkräfte gewährleistet.