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...unser Jahr 2021


Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende und wir blicken wiederum auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Unsere 1. Petition zum Grenzsteineigentum hatte Erfolg und es wurde ein erstes Regelwerk erstellt, das die Zuständigkeiten geregelt hat. Nach 6 Jahren der Anfragen hatten wir endlich eine Antwort.


Weiterhin organisierten wir die Rückführung des Landhegesteins Nr 37 der Rothenburger Landhege Nord vom RothenburgMuseum zurück an die historische Setzungsstelle. Nach intensiven Gesprächen und Abklärungen, Genehmigungsanträgen, Planungen und schließlich der Logisitk der Rückführung konnte der Stein dann in honorabler Runde feierlich im September 2021 gesetzt werden.

An der Setzung nahmen neben den Feldgeschworenen und Interessierten als Ehrengäste teil:


  • Frau Dr. Sabine Weigand, MdL, Mitglied im Ausschuß für Wissenschaft und Kunst, Mitglied im Landesdenkmalrat

  • Herr Landrat Dr. Ludwig - Landrat des Landkreises Ansbach

  • Herr Reinhard Streng - 1. stv. Landrat des Landkreises Neustadt/ Aisch - Bad Windsheim

  • Herr Oberbürgermeister Dr. Markus Naser - Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Rothenburg

  • Herr 1. Bürgermeister, Johannes Hellenschmidt - 1. Bürgermeister der Gemeinde Ohrenbach/ LKr. Ansbach

  • Herr Frank Biedermann - Abteilungsleiter beim Staatl. Bauamt Ansbach in Vertretung des Behördenleiters

Nähere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter: https://www.historische-grenze.net/projekt-lhno037


Im März 2021 ereilte uns die Botschaft, dass im Rahmen von Heckenschnittarbeiten an der Landhege Nord der Grenzstein 30 stark beschädigt worden ist. Wir konnten durch unsere "Grenzsteinmeldung" hier schnell tätig werden und die Absplitterungen von diesem über 400 Jahre alten Stein sichern und den Sachstand den beiden Landratsämtern in Ansbach und Neustadt/A. mitteilen.

Dieser Stein markiert hier die entsprechende Landkreisgrenze.


In der Folge versuchten wir die Restaurierung dieses Steins zu initiieren, doch niemand erklärte sich von staatlicher Seite für zuständig.


Offensichtlich, so wurde es uns zugetragen, hat das Landratsamt Ansbach hier ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Was hierbei das Ergebnis ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Am Ende des Jahres 2021 ist der Landhegestein 30 aber immer noch defekt. Eine Mitteilung beim Landesamt für Denkmalpflege löste die Reaktion aus, den Stein aus der Denkmalschutzliste streichen zu wollen, was ihn aus dem staatlichen Eigentum genommen hätte. Dies konnten wir durch unseren Widerstand verhindern.

BILD: zerstörter Landhegestein LHNO 30 bei Pfeinach/ Uffenheim.


Nähere Informationen zu diesem Thema: https://www.historische-grenze.net/projekt-lhno030


Diese unbefriedigende Situation löste dann unsere 2. Petition an den Bayerischen Landtag aus. Hierin erläuterten wir u.a. die Sinnlosigkeit eines Denkmalschutzes, wenn dieser bei Beschädigung des eigentlich zu schützenden Denkmals erlischt.


Aus dieser Initiative entstand ein weiteres breiter gefasstes Regelwerk des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat. Mit diesem wurde aber das eigentliche Problem nicht angesprochen und wird weiterhin verkannt. Als Reaktion hierauf übersandten wir eine weitere Ausarbeitung an den Bayerischen Landtag mit der Bitte um Berücksichtigung.


Nähere Informationen zu diesem Thema: https://www.historische-grenze.net/petition-vom-26-04-2021


Im August 2021 haben wir unsere Suche nach verschwundenen Grenzsteinen nochmals neu aufgelegt und konnten den seit den 1950er Jahren in Weikersheim/ BW verschwundenen Grenzstein (Landhegestein LHNO 38) wiederfinden. Zudem wurde ein weiterer Rothenburger Grenzstein gefunden.



BILD: Die beiden zurückgeführten Landhegesteine der Landhege Nord bei Reichardsroth, Nr. 37 und 38.


Grenzstein 38 konnte nach nun über 60 Jahren wieder in seine Heimat zurückgeholt werden. Eine zuvor an das Wissenschaftsministerium gerichtete Information ergab von dort die Antwort, dass man kein Eigentum des Freistaats Bayern mehr sehe, was bedeutet man hätte auf eine Rückführung verzichtet und die Entsorgung des Steins 38 in Weikersheim gebilligt. Diese war in dortiger Unkenntnis über die Bedeutung des Steins für Ende 2021 angesetzt gewesen.


Stein 38 wird derzeit über eingegangene Spenden renoviert und voraussichtlich im März 2022 wieder am historischen Setzungsort aufgestellt. Mit der Rückführung fehlt der Sockel,


Parallel wurde durch unseren Gebietsreferenten in Baden-Württemberg, Herrn Hamaidia, die dort verlaufende Grenze Württemberg-Baden erfasst und dem Denkmalschutz zugeführt.



BILD: Elias Hamidia, Gebietsreferent Schwarzwald/ BW.

BILD: Grenzstein aus 1759 von der Württembergisch-Badischen Grenze.


Im Mai 2021 erreichte uns eine Diebstahlsmeldung. Im Fichtelgebirge war der dortige Landesgrenzstein zwischen dem kgl-preuß Markgraftum Bayreuth und der Kurpfalz Baiern mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen und entwendet worden.

Sofort mit dem Bekanntwerden haben wir über die örtlichen Behörden eine Strafanzeige stellen lassen und den Vorgang in die Presse gebracht. Leider hat sich bezüglich des Verbleibs von Grenzstein 176 nichts neues ergeben.


Unser Gebietsreferent im Fichtelgebirge, Herr Helmut Regler, konnte aber in der Folge die historische Grenzsteinlinie den Behörden in Bezug auf ihr Schutzbedürfnis näher bringen.


Am Tag des Denkmals wurde in Marktredwitz eine Informationstafel ihrer Bestimmung übergeben, die über die Geschichte und die Grenzsteinlinie aufklärt. Ein Preisausschreiben, das zum Inhalt hatte über QR Codes die Grenzsteine zu finden und zu fotographieren, wurde ein großer Erfolg.



Im Dezember 2021 haben wir dann noch eine Spendenaktion gestartet, die bislang 800 € eingebracht hat, die wir für die Restaurierung von alten Hoheitssteinen und die Wiedersetzung nutzen wollen.


Weiterhin konnten wir erreichen, dass das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege nun auch für die Erforschung und Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf Kleindenkmäler Projekte vergibt und dafür Mittel zur Verfügung stellt. Mit diesen Mitteln wollen wir auch die ehemals preußisch-baierische Landesgrenze im Fichtelgebirge zu Ende erforschen.

Bislang endete diese -so der Wissensstand- bei Grenzstein 183. Im Sommer 2021 aber wurde ein Grenzstein 191 gefunden, der diesen Wissensstand widerleg