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Das Geheimnis vom Speyerhof


BILD: Grenzstein mit Nummer 4 an der "kleinen Speyersteige" bei Speyerhof/ Gebsattel

Der Grenzstein mit der Nummer 4 wirft einige Fragen auf, wie die des Setzungszeitpunkts, welche Grenzen er markierte und warum auf der zum Speyerhof zeigenden Seite eine Hirschstange, das Zeichen des Herrscherhauses "Württemberg" zu sehen ist.

Kurz vorab, alle Fragen konnten wir noch nicht klären, aber wir arbeiten uns vor. Der Grenzstein hat die Form eines Hegesteins: rechteckige Grundform, etwa 80 cm hoch, einen breiten Sockel und eine entlang den Breitseiten verlaufende Haube. Wenn da nicht die Wappen fehlen würden.

Im Grenzvertrag zwischen dem Markgrafentum Brandenburg-Ansbach und dem Rat und der Stadt Rothenburg vom 27.12.1617 werden 3 Grenzsteinlinien definiert: die AN-SR-1401 (Landhege Süd) zwischen Wettringen und Wörnitz, die AN-SR-1404 (Landhege Karrach) zwischen Speyerhof und Windelsbach und die AN-SR-1405 (Landhege Nord) zwischen Habelsee und Neustett an der heutigen Grenze zu Baden-Württemberg. Lesen wir hier nach, dann endet die Grenzlinie AN-SR-1404 nicht mit Stein 55 am Speyerhof, sondern läuft noch ein gutes Stück weiter. An der "kleinen Speyersteige" steht dann Hegestein AN-SR-140-058.

Zu diesem Zeitpunkt grenzten hier Rothenburg und Brandenburg-Ansbach aneinander.

Ab 1710 war dann das Fürstentum Hohenlohe-Schillingsfürst für den Speyerhof zuständig. Das veränderte auch die Grenzsteine, die nun die Wappen verloren und mit "R" für Rothenburg und "HL" und einem darin verschränkten "S" gekennzeichnet wurden. Aus Stein -058 war nun Stein SR-HLS-004 geworden.

Nach 1806 und der erfolgten Mediatisierung wurde dann hier nur noch eine Gemeindegrenze markiert, das aber bis heute.

Nach den Unterlagen handelt es sich hier ursprünglich um einen Hegestein, der genauso gestaltet war, wie alle anderen an den durch den Vertrag von 1617 geregelten Grenzlinien.

In diesem Zusammenhang kann nun auch der Stein HG-PG-1804-001 in seinem Aussehen definiert werden.

Dieser war ursprünglich ein Hegestein mit der Nummer -055. Ab 1710 war er dann Grenzdreieck und wurde umgeschlagen. Im Versteinungsprotokoll von 1804 ist dessen damaliges Aussehen vermerkt. Nach Westen "R1", nach Norden "Wappen Rothenburg und Brandenburg", nach Osten "B" und nach Süden "HL/S".

Die Form des Hegesteins dürfte damit der der anderen Hegesteine entsprochen haben.

Nach dem Straßenbau in den 1970er Jahren war dann dieser Stein und einige andere für immer verschwunden.

#Denkmalschutz

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