Flurbereinigung contra Geschichtsforschung

Aktualisiert: Mai 21


LANGENZENN/ HERZOGENAURACH - Im Rahmen der Erforschung der Grenzsteinlinie #bo_bc_1753 (Fraischgrenze zwischen den Markgraftümern Brandenburg Ansbach und Bayreuth-Kulmbach) wurde durch HISTORISCHE GRENZE der Bereich zwischen Oberndorf/ LKr. FÜ und Langenzenn erforscht. Zusätzlich fand eine Nachschau auf dem Tonberg bei Herzogenaurach statt.


Es konnten nach dem Grenzstein AN-KU-FUE1-029 in Puschendorf keine weiteren Grenzsteine im Bereich des Landkreises Fürth mehr gefunden werden. Auch auf dem Tonberg in Herzogenaurach, wo dankenswerter Weise der Zeichner der Historischen Karte der Bayerischen Vermessungsverwaltung als einziger die historische Grenzlinie eingezeichnet hat, war kein historischer Grenzstein der Hohenzollern mehr zu finden.


In den Befragungen der Menschen vor Ort wurde schnell klar warum.


In den Jahren der Flurbereinigung wurden offensichtlich alle nicht mehr zuzuordnenden Grenzsteine, egal ob historisch oder nicht, aus dem Boden geholt und der Vernichtung zugeführt, so sie denn nicht zu einem der vielen Grenzsteingärten (Lapidarium) gebracht und dort ausgestellt wurden.


Aufzeichnungen wo diese Zeugen der Geschichte aus dem Boden geholt worden sind, gibt es nicht. Ein Bewußtsein, was man hier in den 1970er bis 1990er Jahren dauerhaft zerstört hat, ist nicht zu erkennen.


So wird die Grenzlinie der Hohenzollern im Bereich des Landkreises Fürth nicht mehr beweiskräftig zu rekonstruieren sein. Die bestehenden Archivalien sind hier, ebenso wie die alten Karten, einfach zu ungenau.


Es verbleibt nun noch die Hoffnung, dass im Bereich südlich von Wilhermsdorf noch Marksteine zu finden sind und wenigstens hier noch eine Geschichte erzählt werden kann.


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