Die Marksteine der Hohenzollern

Aktualisiert: Apr 9

Eine kurze Bestandsaufnahme

Mit Beginn des Jahres 2020 hat HISTORISCHE GRENZE die Marksteine der Hohenzollern in Franken ins Visier genommen und mit den Recherchen begonnen.


GRENZVERLAUF

Die ehemalige Herrschaftsgrenze der beiden aus dem Burggraftum Nürnberg hervorgegangegen Markgraftümern Ansbach (alte Bezeichnung Onolzbach) und Bayreuth Kulmbach (bis 1604 Kulmbach, dann Bayreuth) verlief von der Regnitz bei Fürth Vach, südlich des Ortskerns von Herzogenaurach (Hochstift Bamberg) über den Ortsteil Steinbach (hier 2 Grenzsteine) nach Puschendorf (hier 1 Grenzstein) und von da über Langenzenn nach Seubersdorf, Dietenhofen, Flachslanden, um letztlich in Windelsbach/ Nordenberg zu enden.


URSPRÜNGLICHE THESE WIDERLEGT

Ursprünglich sind wir bei den Forschungen von einer Gesamtgrenzsteinlinie ausgegangen, bei der insgesamt 115 Grenzsteine gesetzt worden sind. Diese Annahme ist nach derzeitigem Wissensstand widerlegt.


So konnten wir in Steinbach den Grenzstein 23 und 24 und in Puschendorf den Grenzstein 29 identifizieren und registrieren. Zwischen Fürth Vach und Steinbach haben wir noch keinen weiteren Grenzstein finden können.


Im Bereich Dietenhofen/ Herpersdorf konnten wir einen Grenzstein 1 und 2 finden. Zwischen der 1 und Münchzell stehen dann noch 2 weitere Steine, die ein "B" und ein "O" aufweisen und damit eine andere Ausgestaltung haben, als die sonst üblichen Steine.


Diese weisen das Hohenzollernwappen mit darunter befindlicher Steinnummer, einem "BO" für Brandenburg-Onolzbach und einem "BC" für Brandenburg-Culmbach, sowie einer weiteren Kennung auf.

Diese Kennung -gegenüber dem Hohenzollernwappen gelegen- hat die Buchstaben HO für Hochfraischliche Obrigkeit, bzw. Hochherrschaftliche Obrigkeit. Hier finden wir in den uns vorliegenden Quellen unterschiedliche Ausführungen. An bislang wenigen Steinen fanden wir "HW" für Hochherrschaftlicher Wald.


Eine Weisungslinie, die den Grenzverlauf aufzeigt konnten wir bislang auf den Steinen nicht feststellen.


GRENZSTEIN(TEIL)LINIEN

Die vorhandenen Grenzsteinteillinien konnten wir noch nicht abschließend feststellen. Hier werden wir weiter forschen und zu gegebener Zeit Informationen ins Netz stellen.


ZEITSTELLUNG DER GRENZSTEINSETZUNG

Mit dem Hintergrund, dass Markgraf Christian von Brandenburg-Kulmbach im Jahr 1604 seinen Herrschaftssitz von der Plassenburg in Kulmbach nach Bayreuth verlegte und damit das Markgrafentum umbenannte (jetzt also nicht mehr Brandenburg-Kulmbach, sondern Brandenburg-Bayreuth) stellt sich die Frage nach der Setzungszeit der Grenzsteine.


Die bislang getroffene Annahme, dass die Grenzsteine mit der Kennzeichnung BO und BC aus dem Jahr 1753 stammen könnten, scheint hier widerlegt, zumal es Grenzsteine gibt, die mit "B" (Bayreuth) und "O" (Onolzbach) der neuen Namensgebung Rechnung tragen.


Bislang haben wir einige Archivalien gesichtet und sind auf drei nennenswerte Verträge gestoßen, die eine Grenzsteinsetzung rechtfertigen.

Eine Überprüfung dieser Annahme steht allerdings noch aus.


1486 - Teilung des Burggraftums Nünberg nach dem Tod von Markgraf Albrecht Achilles auf der Basis der Dispositio Achillea - Übernahme der neuen Herrschaftsbereiche Markgraftum Onolzbach durch Markgraf Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach und Markgraf Siegmund von Brandenburg-Kulmbach.


1541 - Im Regensburger Teilungsvertrag legten die Hohenzollern die Grenzen zwischen ihren Markgraftümern Ansbach und Kulmbach neu fest.


1752/1753 - Im Prälimiarrecess von Nürnberg am 08.05.1752 legten die Hohenzollern neue Grenzen fest, um die durch die Herrschaftsbereiche aufgetretenen Nachteile auszugleichen und für beide Häuser eine insgesamt bessere wirtschaftliche Stellung zu erreichen.


Mit diesen Fakten ist der Gedanke nahe, dass die Grenzsteine mit BO und BC im Jahr 1541 gesetzt worden sein können, diejenigen mit B und O erst 1753.


Da derzeit das Staatsarchiv Nürnberg geschlossen ist, sind Einsichtnahmen in dort vorhandene Karten und Archivalien erschwert möglich. Das behindert derzeit unsere Forschungsarbeit an dieser Thematik.


So befragen wir vor Ort die Menschen und finden immer wieder geschichtsinetressierte Menschen, die uns weiterhelfen und so ein Puzzleteil nach dem anderen zusammensetzen lassen.


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