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Grenzsteine in Württemberg verschollen


WEIKERSHEIM - Im Rahmen unserer Forschungen an den Grenzlinien HG-PG-1804 (Kgl.-Preuß. Markgraftum Ansbach - Fürstentum Hohenlohe Schillingsfürst des Jahres 1804) und AN-SR-LHNO (Landhege Nord - Markgraftum Brandenburg-Ansbach - Freie Reichsstadt Rothenburg des Jahres 1617) sind wir auf eine Überraschung gestoßen. Zweimal waren Grenzsteine verschollen und das im Dorfmuseum der Stadt Weikersheim im Landkreis Main-Tauber (Baden-Württemberg).


Aus mündlichen Überlieferungen ist bekannt, dass ein Fürst von Hohenlohe-Schillingsfürst den Grenzstein HG-PG-1804-037, der seinen historischen Setzungsort auf dem Hohen First zwischen Buch am Wald und Altengreuth/ Stadt Schillingsfürst hatte (die genaue Position ist auf unserer Webseite benannt) nach Weikersheim verschenkt haben soll.

Sollte dies so zutreffen wäre das in mehrfacher Hinsicht ein Problem: Erstens steht der Stein im Eigentum des Freistaats Bayern und so darf nur der Freistaat Bayern, vertreten durch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Ansbach (zuständig für die Ausübung des Eigentumsrechts an diesem Grenzstein im übertragenen Wirkungskreis), eine solche Verfügung treffen. Zweitens war der Stein zur damaligen Zeit als Gemeindegrenzstein gewidmet, was einen Verstoß nach dem Abmarkungsrecht, aber auch nach dem Strafrecht darstellt. Kurz: Die Schenkung, so es sie gab, war keine, sondern rechtswidrig.


Fakt aber ist, dass im Jahr 1984 Schillingsfürster Bürger nach Weikersheim fuhren und "ihren" Grenzstein heimholen wollten. Die Aktion endete im Streit und danach war dieser Grenzstein verschwunden.



Das ist sehr bedauerlich, weil diese Art des Vorgehens meist so endet und man am Ende nicht mehr weiß wo dieser Stein hingekommen ist.

Aber das betrifft nicht nur diesen Stein. In der Zeitschrift "Linde" des Alt-Rothenburger Vereins ist dokumentiert, dass auch ein Landhegestein, die Nummer AN-SR-LHNO-038, den Weg nach Weikersheim gefunden hat.




Auch dieser Stein ist verschwunden. Bei einer Besichtigung des Lapidariums im neuen Stadtmuseum und einer Nachschau im immer noch vorhandenen Dorfmuseum im Jahr 2016 durch das PROJEKT HISTORISCHE GRENZE wurde keiner dieser Steine gefunden. Die hier gezeigten Bilder sind im Stadtmuseum entstanden und zeigen die damals vorhandenen Steine.



Im Nachgang zu unserem Besuch wurde die Stadt Weikersheim durch HISTORISCHE GRENZE mehrfach angeschrieben und um Auskunft gebeten. Die Anfragen blieben unbeantwortet.


Im August 2020 unternahm HISTORISCHE GRENZE dann einen weiteren Vorstoß über das Landesamt für Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Da diese Stelle für die Recherche nach abgegangenen Grenzsteinen nicht originär zuständig ist, sondern die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde -hier des Main-Taunus-Kreises- wurde unsere Anfrage dorthin weitergeleitet. Auch hier hören wir seitdem nichts mehr.


Doch kann dieser Vorfall nicht so abgeschlossen werden. Es ist erforderlich zumindest ein abschließendes Statement der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde zu erreichen. So wurde diese nun durch HISTORISCHE GRENZE direkt angeschrieben.


Wir dürfen gespannt sein, ob es hier eine Reaktion geben wird. Im Umkehrschluß dürfen wir von HISTORISCHE GRENZE aber auch darauf hinweisen, dass wir sehr viel Geduld und Hartnäckigkeit besitzen. Wenn der eine Weg nicht funktioniert, dann eben ein anderer....




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