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Von den Tücken der Grenzsteinforschung

Aktualisiert: 26. Jan. 2021


Grenzsteinforschung als Begriff umfasst die Ermittlung alter Grenzen anhand den noch vorhandenen historischen Grenzsteinen und den dazugehörenden Archivalien. Damit leistet die Grenzsteinforschung einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der regionalen Geschichte.


An dieser Stelle sehen wir die Hohenzollersche Fraischgrenze im Waldstück bei Anfelden. Hier steht neben einer sehr alten Eiche der Grenzstein AN-KU-ODS1-053.

Mit diesem Bild sehen Sie den Grenzstein von nah. Er ist schon fast mit der Eiche verwachsen, an die er im Mai 1753 gesetzt worden ist.


Das Versteinungsprotokoll führt dazu aus: "Von dar (gemeint ist hier die Position der Nr. 52) weiters zwischen vielersagten Hölzern 132 Ruthen (ca. 475 m) fort an das Ende des rechts

abgehenden Binzwangischen und anfangenden Hegenauischen Holzes und also weiters

das Hegenauische rechts habend wiederum fort 16 ½ Ruthen (ca. 59 m) weit bis an das

Ende des Anfeldischen und Hegenauer – dann Anfangs des Oberdachstettischen

Gemeind-Holzes wurde neben dem an einer großen Eichen stehenden Unter Markstein

der 53. Stein gesezet."

Wenn man den Text liest, sofern man die Umsetzung der Deutschen Kurrentschrift in die heute gebräuchliche lateinische Schrift beherrscht, trifft man auf die Probleme der Zuordnung von damaligen Begriffen in die heutige Landschaft. Hier befinden wir uns aber in einem über lange Zeit mit konstanten Markungsgrenzen versehenen Waldstück, was die Sache vereinfacht.

Im freien Feld nach inzwischen über 250 Jahren, wechselnden Herrschaften, einer Gebietsreform und einer Flurbereinigung, wird das wesentlich schwieriger. Hier stimmen die heutigen Grenzen nicht mehr mit den damaligen überein und sind nur sehr erschwert zu bestimmen, wenn da keine Grenzsteine aus dieser Zeit mehr sind. Hat man dann nach der Transkribierung, dem Lesen der Texte und deren Deutung, die Grenzsteinposition bestimmt, muss man den Grenzstein noch finden. Im Fall des Steins -053 ist das nicht so leicht, weil er sich hinter "seiner Eiche" versteckt. Nur mit genauen Geodaten und intensiver Suche war er dann hier zu finden.



Grenzsteinforschung funktioniert heute, dank GPS und online verfügbarer Karten etwas besser, wären da nicht die vielen Funklöcher insbesondere im Wald und der Fläche. Hier wird die Suche nach dem ein oder anderen Stein zu einem wirklichen Abenteuer und die Freude ist groß ihn dann endlich gefunden zu haben.





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