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SÜDOSTLINK und die PREUSSENSTEINE


KONNERSREUTH/ FICHTELGEBIRGE - Im Bereich Konnersreuth im Fichtelgebirge soll die neue Stromtrasse "SÜDOSTLINK" als Erdkabel entstehen. Hierzu wird zunächst eine breite Schneise geschlagen, das Stromkabel gelegt und danach diese Schneise renaturiert.


Konnersreuth grenzt als Gemeinde der Oberpfalz an die Bezirksgrenze zu Oberfranken. Dort stehen die "Preußensteine", die eine der ersten echten Landesgrenzen auf dem Boden des damaligen Fränkischen Reichskreises darstellte und damit die Veränderungen im Staatswesen des ausgehenden 18. Jahrhunderts dokumentiert.


Diese sind durch die Stromtrasse "SÜDOSTLINK" bedroht, da die Trasse hier durch die Grenzlinie schneiden wird.


Aus diesem Grund haben wir die Landräte in Wunsiedel und Tirschenreuth angeschrieben und auf die Situation aufmerksam gemacht. Eine Antwort erhielten wir aus Wunsiedel, in der wir darauf hingewiesen worden sind, dass das Landratsamt (LRA) sich ausschließlich für die in der Denkmalschutzliste eingetragenen und kartierten Grenzsteine für zuständig erklärt. Dies können wir über das bestehende Denkmalschutzrecht und dessen Rechtsauslegungen zwar nicht so unterschreiben, aber es war Fakt, dass in der Denkmalschutzliste Einträge fehlten.


Wir haben uns daraufhin an den Referatsleiter im Landesamt für Denkmalpflege - Denkmalschutzliste gewandt und auf das Problem hingewiesen. Dort wurde umgehend reagiert und die fehlenden Steine in die Denkmalschutzliste eingetragen und diese nachkartographiert.


Damit sind alle durch den SÜDOSTLINK betroffenen Steine rechtlich geschützt. Das Landratsamt Wunsiedel im Fichtelgebirge wird nach eigener Zusage darauf achten, dass der Erhalt der Steine sichergestellt ist. Wie man hier unser Angebot zur Beratung über den Umgang mit diesen Steinen befinden wird, ist nicht unserer Entscheidung unterworfen.


NOCH EIN HINWEIS ZU DEN PREUSSENSTEINEN: Südlich von Marktredwitz wurde Stein 191 gefunden, was beweist, dass die Linie länger ist, als ursprünglich angenommen. Auf Nachfrage beim Hauptstaatsarchiv, wo nach den Archivalienverzeichnissen seit 2000 das Versteinungsprotokoll lagern soll, bekamen wir die Antwort, dass dieses nicht mehr auffindbar sei. Damit fehlt uns jeglicher Hinweis auf die Länge der Linie.

Nun konnten wir in der Recherche historischer Karten westlich von Marktredwitz an der Bezirksgrenze Einträge von Grenzsteinen mit den Nummern 322 bis 450 finden. Hier müssen wir noch prüfen, ob diese dann zu Preussensteinen gehören.

Es bleibt spannend.



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