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Die Hohenzollern in Rügland...

Aktualisiert: 16. Jan. 2021


RÜGLAND - Beim Ortsteil Rosenberg überschreitet die historische Jagdgrenzlinie der beiden Hohenzollernreiche, der Markgraftümer Brandenburg Onolzbach und Culmbach von Dietenhofen kommend die Gemeindegrenze Rügland.


Im Gemeindegebiet Rüglands sind nach der "Acta Dietenhofen" sechs Grenzsteine gesetzt worden und einer unterhalb des Waldgebiets "Ebenholz" auf Flachslandener Gebiet.


Wie schon in unseren vorangegangenen Blogs erklärt, wurden die Grenzsteine, in Herpersdorf (DIetenhofen) beginnend, bis nach Bad Windsheim gesetzt.


Es wäre aber keine Hohenzollerngrenzlinie, wenn sie keine Besonderheiten hätte.


So ist diese Linie nach Stein Nr 27 (AN-KU-RUG4-027) unterbrochen und wird in Oberdachstetten mit Nr 28 (AN-KU-ODS4-028) weitergeführt.


Ähnlich wurde das bei der Fraischgrenzsteinlinie, die von Fürth nach Bad Windsheim führt, vorgenommen.


Nachdem wir im Bereich Dietenhofen unsere Arbeit weitgehend fertiggestellt haben, nehmen wir nun Rügland unter die Lupe.


Rügland wurde erstmals 1137 urkundlich erwähnt mit dem Namen Rugelandum. Dieses Wort leitet sich aus dem mittelhochdeutschen lant (nutzbares Land) und ruog (Streit) ab. Dies klärt sich als Siedlung bei den "Streitäckern". 1470 erwarb das Kloster Heilsbronn den Ort, der während des Dreißigjährigen Krieges vollständig zerstört worden ist.

Gegen Ende des 18 Jahrhunderts übten die Ritter Herren von Crailsheim das Hochgericht aus, mussten aber an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt ausliefern, wenn von dort gefordert.

Ab 1796 unterstand Rügland dann der preußischen Herrschaft, bis es 1806 an das Königreich Bayern fiel.


Am 23. Mai 1753 fanden dann die Vermesser der beiden hohenzollerschen Markgraftümer Brandenburg-Ansbach und Bayreuth/ Kulmbach nach Rügland, um dort die Jagdgrenze zu versteinen, die am 29. Januar 1753 im Vertrag von Fürth in ihrem Verlauf festgelegt worden war.


Die Grenzsteinpositionen haben wir nun aus den Akten rekonstruiert und werden diese Punkte in den nächsten Tagen anfahren, um zu prüfen, ob diese Grenzsteine noch existent sind. Alle gefundenen Steine registrieren wir mit Geodaten und Bild, melden diese an das Landesamt für Denkmalpflege und veröffentlichen sie auf unserer Webseite.

BILD: (Auszug aus unserer Grenzsteinkarte) - http://grenzsteinkarte.de


Alle von uns registrierten Grenzsteine finden Sie in unserer Grenzsteinkarte mit entsprechenden Erläuterungen, auf http://bo-bc-1753.historische-grenze.de gibt es weitere Informationen zu den hohenzollerschen Grenzen im Mittleren Franken.


Wir sind gespannt, wie viele dieser Steine wir noch finden werden.


Andernorts wurde nicht so pfleglich mit ihnen umgegangen. Wie auf dem nachfolgenden Bild zu sehen, wurde dieser Stein von seinem Platz genommen und als Pfosten in eine Gartenmauer integriert. Das Hohenzollernwappen ist deutlich zu sehen...


Rechtlich gesehen, ein solcher Stein stellt nach dem BayDSchG ein Baudenkmal dar, ist das zur Nachahmung nicht emfpohlen.







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