Baden war österreichisch?


Wir haben mal wieder umfangreiche Bilder von historischen Hoheitssteinen erhalten. Es ist unglaublich wie viele es doch noch von diesen Zeugen der Vergangenheit gibt. Diese stammen aus dem Breisgau, genauer aus dem Bereich Emmendingen im Landkreis Freiburg im Breisgau.


Diese Bilder, eines sehen Sie hier als Titelbild geben uns viele Rätsel auf, die wir zu lösen versuchen.


Während Emmendingen in der benannten Zeit um 1759 (Jahr auf dem Grenzstein) zum Markgraftum Baden gehörte, daraus entwickelte sich später das Großherzogtum, lag östlich dieser Grenzlinie die Landgrafschaft Breisgau, die zu Vorderösterreich gehörte.


Die Landgrafschaft Breisgau war eine Grafschaft im heutigen Breisgau. Der Name Brisgavi wird schon zur römischen Zeit erstmals genannt, der Begriff als Landgrafschaft ist ab 700 fassbar und aus der Zeit der Herzöge von Zähringen, die aus ihr hervorgingen. Sie wurde wegen ihrer Größe schon um 900 in eine Obere und eine Untere Grafschaft geteilt, die je einen Grafen hatte. Sie grenzte im Norden an die Mortenau und im Westen an den Sundgau, im Süden an den Albgau.


1318 verheiratete Markgraf Heinrich von Hachberg seine Schwester Anna an den Grafen Friedrich von

Freiburg und gab ihr mit Bewilligung seiner 1318 verheiratete Markgraf Heinrich von Hachberg seine Schwester Anna an den Grafen Friedrich von Freiburg und gab ihr mit Bewilligung seiner Brüder und Vettern die Landgrafschaft Breisgau pfandweise für siebenhundert Mark Silber zur Ehesteuer, jedoch auf ewige Wiedereinlösung und mit dem Vorbehalt des Rückempfangs ihrer Dörfer durch das Reich. Die Landgrafschaft Breisgau verblieb bis 1395 bei den Grafen von Freiburg, in diesem Jahr übergab Graf Konrad von Freiburg die Landgrafschaft seinem Schwager, dem Markgrafen Rudolf von Hachberg. Durch verschiedene Schulden sah er sich 1398 gezwungen Leopold Herzog von Österreich die Landgrafschaft zu treuen Händen zu übergeben. Nach Nutznießung und Bezahlung der Verbindlichkeiten, welches der Herzog Leopold auch einhielt, sollte die Landgrafschaft wieder zurückgegeben werden. Doch es kam anders, denn der Sohn des Herzogs Leopold, Friedrich IV. (Tirol), dachte nicht daran die Schulden zu begleichen, noch mehr: er betrachtete die Landgrafschaft insgesamt, also auch die untere Grafschaft (Sausenberg), als sein Eigentum, er behauptete dieses sei durch erfolgten Kauf unwiderufbar, konnte jedoch nie einen Kaufbrief vorweisen.

Teilrückgewinnung

Graf Hans von Freiburg, dem Sohn Konrads gelang die Rückgewinnung der Herrschaft Badenweiler. Alle anderen Anstrengungen und auch ein Waffengang halfen nichts: Die Landgrafschaft blieb bei Österreich und wurde Bestandteil der Vorlande. Nur die untere im Breisgau Landgrafschaft, die Landgrafschaft Sausenberg, blieb beständig bei den Markgrafen von Hachberg. Dennoch mussten die Hachberger später noch 320 000 Gulden für den Verbleib von Sausenberg, Badenweiler und Rötteln an Österreich zahlen. Der Anfall des österreichischen Breisgaues an das Haus Baden war also für dieses nicht eine neue Akquisition, sondern vielmehr der endliche Wiedereintritt in ein uraltes, ihm bisher gewaltsam vorenthaltenes Besitzrecht.


Die Stadt Freiburg kam 1368, der Breisgau ab 1369 zu Vorderösterreich jedoch ohne das Markgräflerland, näheres siehe unter → Rudolf IV. (Hachberg-Sausenberg)

Im zweiten Koalitionskrieg kam mit Artikel VI. im Frieden von Lunéville der Breisgau von 1801 bis 1806 an das Herzogtum Modena unter Ercole III. d’Este der ihn an Ferdinand Karl von Österreich-Este (1754–1806) übergab (siehe Herzogtum Modena-Breisgau). Danach kam der Breisgau im Frieden von Pressburg als Teil von Vorderösterreich an das neu gegründete Großherzogtum Baden.


DER BREISGAU WAR FÜR EINE GANZE WEILE ÖSTERREICHISCH!




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